Recht auf Freiheit,  Recht auf Arbeit, Gleichberechtigung  und Frauenwahlrecht fordert in Leipzig im Jahre 1865 eine Gruppe von Frauen zu Beginn der Aufführung des Musicals „Vorwärts“. Mit ihrer diesjährigen Produktion aus eigener Feder thematisierte die Musical-AG der Großen Schule das noch immer aktuelle Thema der Frauenrechte.

Musical 08 klDer 100-jährige Jubiläumstag des Frauenwahlrechts in Deutschland war der Auslöser für die Schülerinnen und Schüler sich mit dieser Thematik zu beschäftigen und diese in einem Musical zu verarbeiten.

Die erste von insgesamt vier Aufführungen wurde am Freitag, dem 24. Mai 2019 einem begeisterten Publikum geboten. Sowohl fiktive als auch historische Personen, zu denen u.a. die Frauenaktivistin und Mitbegründerin der deutschen Frauenbewegung Louise Otto und die deutsche Schriftstellerin Fanny Lewald, die vor allen Dingen für das uneingeschränkte Recht der Frau auf Bildung kämpfte, wurden in dem Stück verarbeitet.
Kreativ, mitreißend und stimmgewaltig wurde dem Publikum die Geschichte der drei jungen Damen Louise, Kate und Fanny dargeboten, die bei einer Demonstration für die Rechte der Frau in Leipzig im Jahre 1865 festgenommen werden und anschließend im Gefängnis landen, wo sie auf Gleichgesinnte stoßen. Dort wird dann auch der Beschluss gefasst, einen Verband der deutschen Frauen zu gründen. Musikalisch wird dies mit „Mut zur Tat“  aus dem Musical Rudolf – Affaire Mayerling zum Ausdruck gebracht. Harriet, die Frau des Polizeidirektors verkörpert die Gegenposition zur deutschen Frauenbewegung und artikuliert ihre Position u.a. mit dem Song  „Ehre für das Haus“ aus dem Zeichentrickfilm „Mulan“. Aber auch die männlichen Vertreter in dem Stück setzen sich mit ihrem Weltbild auseinander und so gerät Wächter Konrad in einen Zwiespalt, den er überzeugend mit „Wie wird man seine Schatten los“ aus dem Musical „Mozart!“ zum Ausdruck bringt. Dank des Wächters Konrad, dem die Frauen den Schlüssel für die Gefängnistür entwenden, gelingt ihnen die Flucht, die mit „The Pink Panther Theme“ von Henry Mancini stimmungsvoll untermalt wird. Die geflohenen Häftlinge lassen sich nicht unterkriegen und kämpfen, trotz aller Angst und Furcht, erneut im Gefängnis zu landen, für ihre Rechte. Louise Otto hält bei der ersten Versammlung des neugegründeten Vereins eine Rede, die mit den Worten „Eines wissen alle hier, die wahren Helden, das sind wir“ endet. Im ausgehenden 19. Jahrhundert, im 20. Jahrhundert und auch im 21. Jahrhundert kämpften immer wieder sowohl Frauen als auch Männer für die Rechte der Frau und werden dies auch weiterhin tun.

Vor bereits 10 Jahren wurde die Musical-AG an der Großen Schule gegründet und ist von Anfang an selbstständig von Schülerinnen und Schülern geleitet und organisiert worden. Die diesjährigen Verantwortlichen waren Silke Meyer (ehemalige Schülerin), Janina Ehrenpfordt, Britt Hilger (11. Klasse), Matthis Mensink (11. Klasse) und Christine Druba (10. Klasse). Ganz herzlich bedankten sich die Verantwortlichen nach der Vorstellung bei den Darstellerinnen und Darstellern, den Eltern, der Schulleitung, der Technik, der Medien-AG und dem Helferteam für die große Unterstützung und das entgegengebrachte Vertrauen. Den Stadtwerken Wolfenbüttel, der Altstadtbäckerei Richter, dem LionsClub Wolfenbüttel und dem Rotary Club Salzgitter-Wolfenbüttel wurde für die finanzielle Unterstützung gedankt.

Anknüpfend an die Rede von Louise Peters begann Schulleiterin Dr. Krause ihre Danksagung nach der Veranstaltung mit den Worten: „Ihr seid die Helden des Abends“ und überreichte allen Akteuren symbolisch eine Rose. Sie sei tief beeindruckt von der Selbstständigkeit, dem Verantwortungsbewusstsein und der Kreativität der Musical-AG.

Frauke Neumann

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