„Es ist schwer vorstellbar für mich, dass diese Gräueltaten an Menschen im KZ Mittelbau-Dora hier ganz in unserer Nähe stattgefunden haben“, schildert Natascha Eggert aus dem 10. Jahrgang der Großen Schule am Ende der Führung durch die KZ Gedenkstätte Mittelbau-Dora ihre ersten Eindrücke.

Mittelbau DoraDie 10. Klassen der Großen Schule besuchten gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Lehrern die Gedenkstätte Ende März 2019.  

Sehr aufmerksam hörten die Jugendlichen während der Führung durch die KZ-Gedenkstätte  ihrem Guide zu und zeigten besonderes Interesse an der Ausstellung, die eindrücklich auch Einzelschicksale der Gefangenen schilderte. Hier konnten auch Tonbandaufnahmen gehört werden, welche die Vergangenheit greifbarer machen. „Ich verstehe die Geschehnisse jetzt besser, nachdem ich den Überlebenden mithilfe der Tonbandaufnahmen zugehört habe“, so Schüler Tom Gafke. Gleichermaßen berührt wie auch geschockt waren die jungen Menschen über die Tatsache, dass sowohl von den Wachen des Lagers als auch teilweise von Mithäftlingen gegen die Gefangenen physische wie psychische Gewalt eingesetzt wurde.

Mittelbau Dora QuerstollenAn der Großen Schule erhalten die Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs jedes Jahr die Möglichkeit, im Rahmen des Geschichtsunterrichts, das Konzentrationslager Mittelbau-Dora bei Nordhausen in Thüringen zu besuchen. Mittelbau-Dora steht exemplarisch für die Geschichte der KZ-Zwangsarbeit und der Untertageverlagerung von Rüstungsanlagen im Zweiten Weltkrieg. Vor allen Dingen aus der Sowjetunion, Polen und Frankreich mussten zwischen 1943 und 1945 im KZ Mittelbau-Dora mehr als 60.000 Menschen Zwangsarbeit für die deutsche Rüstungsindustrie leisten. Mehr als 30 Prozent von ihnen starben auf qualvolle Weise.

Frauke Neumann